Kooperation Hochschule und Wirtschaft

03.11.2010

Bei der Sendungsaufzeichnung von „Coburg konkret – der Talk der VR-Bank Coburg“ zum Thema „Doppelter Abiturjahrgang 2011“ am vergangenen Dienstag forderte Hochschulpräsident Pötzl auf dem Podium eine konzertierte Marketingaktion von Wissenschaft und Wirtschaft in Oberfranken, um den Auswirkungen des Demografischen Wandels in der Region Coburg Paroli zu bieten. Das fordert die Industrie- und Handelskammer zu Coburg seit langem, sie verwehrt sich jedoch dagegen, dass Pötzl der Wirtschaft Versäumnisse vorwirft. Laut Pötzl dürfe keine Zeit mehr verloren gehen. Es müsse gehandelt werden und zwar immer im Interesse des gemeinsamen Ziels, junge Leute nach Coburg zu holen. Auch das ist für die IHK nichts Neues, allerdings bedarf es dafür auch der Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze in der Region.

Die Industrie- und Handelskammer zu Coburg, die seit jeher einen engen und guten Kontakt zur hiesigen Hochschule pflegt und stets bestrebt ist die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, wo immer möglich, weiter auszubauen, begegnet den Vorwürfen der Hochschulspitze mit Unverständnis. Prägen doch nicht erst seit gestern die Themen „Bevölkerungsrückgang“ und „drohender Fachkräftemangel“ die IHK-Arbeit. Die allermeisten der IHK Aktivitäten und Veranstaltungen sind dieser Tage dem Demografischen Wandel geschuldet. Differenziert nimmt die IHK auch Pötzls Vorschlag auf einen überregionalen Lösungsansatz zu suchen: Der Demografische Wandel mit all seinen Folgen ist sicherlich keine Coburg-spezifische Herausforderung, viele insbesondere strukturschwache Räume müssen sich diesem Problem stellen.

Das Engagement qualifizierte Fachkräfte zu akquirieren muss dabei in erster Linie auf regionaler Ebene angegangen werden. Dagegen muss Forschung und Entwicklung (F&E), wie von der IHK seit langem gefordert, überregional erfolgen. Es wäre begrüßenswert, wenn Prof. Pötzl von Coburg aus bei den anderen oberfränkischen Hochschulen initiativ federführend auftreten würde.

Bei aller Kritik von Seiten der Hochschule darf nicht vergessen werden, dass bereits heute zahlreiche funktionierende Schnittstellen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft existieren. Sei es die Campus Messe, die am 11.11. zum dritten Mal als Kooperationsveranstaltung von IHK und Hochschule durchgeführt wird, die Coburger Designtage, die auf Initiative der IHK ins Leben gerufen wurden, die gemeinsamen Projekte zur Fachkräftesicherung wie z.B. die Durchführung von Unternehmensexkursionen für Studierende, um die Unternehmen vor Ort besser kennenzulernen, und nicht zuletzt die Förderung des Hochschulnachwuchses im Rahmen der alljährlichen IHK-Preis-Verleihung. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Die IHK bedauert, dass ihre Aktivitäten zur stärkeren Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft von der Hochschulleitung nicht erkannt werden. Die Hand der Wirtschaft bleibt jedoch ausgestreckt.

IHK Jahresthema 2012: Energie und Rohstoffe für morgen
GL Systems Certification