Werben ja, aber richtig!

Marketing-Instrumente zwischen „Vodoo“, „Guerilla“ und „Facebook“

19.11.2010

Clevere Marketingkonzepte sind in Business-Plänen von Unternehmensgründern

Mangelware, das muss IHK-Existenzgründungsberaterin Susanne Stammberger im Tagesgeschäft immer wieder feststellen. Impulse für Existenzgründer in Sachen Marketing versprach eine IHK-Informationsveranstaltung, die in kürzester Zeit ausgebucht war.

Die Veranstaltung war als Beitrag der Industrie- und Handelskammer zu Coburg im Rahmen des Aufrufs der Bundesregierung zur „Gründerwoche 2010“ speziell an die von der IHK in den letzten Jahren betreuten Unternehmensgründer gerichtet. Mehr als 100 Jungunternehmer/-innen und Führungskräfte waren der Einladung der IHK gefolgt. „Wir haben offenbar mit dem Thema ins Schwarze getroffen“, konstatierte Susanne Stammberger.

Mit Matthias Ertl (Böss & Fahr) und Tony Döring (IDEEHOCHX) stellten zwei Experten für

Marketing und Neue Medien ihr Wissen ehrenamtlich zur Verfügung und zeigten auf, warum

sich gerade junge Unternehmen oft schwer tun, ihre „Idee an den Kunden“ zu bringen.

Der Engpass in Gründungsphasen sei durch „geringe Manpower, geringes Budget und fehlendes Spezial- beziehungsweise Fachwissen“ markiert, stellte Erl fest. Abhilfe biete die Zusammenarbeit mit Fachleuten, sie entbinde die Start-Ups jedoch nicht davor, ihre Hausaufgaben selbst machen zu müssen. Der erfolgreiche Weg zum Kunden beginne

mit einer klaren, knackigen und kurzen Antwort über den Unternehmenszweck (Produkte und

Dienstleistungen) und die Zielgruppe. Ertl stellte kuriose Marketing-Instrumente vor, die von „Vodoo“ bis zur „Guerilla-Taktik“ reichten, ließ aber auch die klassische Werbung nicht aus. „Einen Königsweg für gutes Marketing“ – im Sinne eines allgemein gültigen Patentrezepts – „gibt es nicht“, warnte er. Jedes Unternehmen brauche individuelle Maßnahmen. Er empfahl gezielte Maßnahmen und regelmäßige Erfolgskontrollen. „Sie platzieren eine Nadel und es passiert etwas!“, beschrieb er bildhaft den „Vodoo“- Ansatz. Tony Döring konzentrierte sich in seinem Beitrag auf die neuen Internet-Formate. „Xing, Twitter, Facebook & Co. – Fluch oder

Segen?“, fragte er und lieferte selbst Antworten aus seiner Praxiserfahrung dazu. Mit Ertl war er sich einig, dass eingesetzte Werbe-Instrumente nur dann erfolgreich sind, wenn die potenzielle Kundschaft (Zielgruppe) dafür reizempfindlich ist. Anzeigen in Printmedien, die die Kundschaft nicht liest, sind wie Internet-Applikationen, die keiner aufruft: so was wie „Ampeln in der Wüste“.

IHK Jahresthema 2012: Energie und Rohstoffe für morgen
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