Die Wissenschaftsstiftung wird sich genau diesen beiden Aspekten annehmen. Durch die Vermittlung von Praxiskontakten, Förderung von kooperativen Forschungsprojekten oder die Finanzierung von Stiftungsprofessuren soll der Technologietransfer von der Hochschule in die Unternehmen befördert werden. „Von der engen Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft profitieren beide Seiten. Wissenschaftliche Ergebnisse finden schneller Einzug in die Produktentwicklung unserer mittelständischen Unternehmen. Gleichzeitig wird die Forschung an den Hochschulen praxisorientiert ausgerichtet“, so Herdan weiter.
Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung müssen verstärkt Anstrengungen unternommen werden, um Oberfranken als Studien- und späteren Arbeitsort für junge Menschen attraktiv zu gestalten. Diesbezüglich können Stipendien, die Vergabe von Preisen für herausragende Leistungen in Studium und Forschung oder die Unterstützung von Internationalisierungsstrategien der Hochschule zielführend sein.
Leider fehlen für derart wichtige Projekte oft die notwendigen finanziellen Mittel von staatlicher Seite. Durch die Bündelung der gesellschaftlichen Kräfte in der Region kann die Wissenschaftsstiftung Oberfranken hierzu einen Beitrag leisten.
Die Kooperation der Universitäten Bamberg und Bayreuth und der Hochschulen Coburg und Hof ermöglicht eine zielgerichtete Mittelverwendung. Statt Doppelförderungen sollen Synergien genutzt werden.
Für Prof. Dr. Michael Pötzl, Präsident der Hochschule Coburg, führt die Wissenschaftsstiftung den bereits mit Gründung der TechnologieAllianzOberfranken (TAO) eingeschlagenen Weg einer engen Zusammenarbeit der vier oberfränkischen Hochschulen konsequent fort. „Zukunftsthemen wie Energie und Mobilität erfordern von Wissenschaft und Wirtschaft eine stärkere Konzentration auf Querschnittstechnologien und Wertschöpfungsketten. Aus Coburger Sicht nehmen die Kompetenzfelder Design, Sensorik und Automotive hier eine Schlüsselstellung ein.“
Doch zunächst geht es darum, für die Stiftung ein möglichst hohes Startkapital einzuwerben. Dazu wurde kürzlich der Förderkreis Wissenschaftsstiftung Oberfranken e. V. ins Leben gerufen. Sowohl IHK als auch die Hochschule Coburg sind im Vorstand vertreten und werden sich in die Arbeit des Vereins tatkräftig einbringen.
Die Präsidenten Herdan und Pötzl appellieren an die Politik, solche privatwirtschaftlichen Initiativen durch staatliche Finanzmittel für die Wissenschaftsförderung gezielt zu flankieren. Denn nur der Schulterschluss aller verantwortlichen Akteure wird die Potenziale Oberfrankens mit seiner leistungsstarken Industrie ausschöpfen. „Wissenschaftsförderung ist wirksame Wirtschaftsförderung und ein erfolgversprechender Weg, den besonderen Herausforderungen Oberfrankens auch in Zukunft gerecht zu werden. Die Voraussetzungen mit über 26.000 Studierenden sind jedenfalls hervorragend.“
Die Beteiligten erhoffen sich einen breiten Zuspruch zur Stärkung der Standortes Oberfranken durch Zustiftungen, die auch mit entsprechenden Förderzielen verknüpft werden können.