IHK zu Coburg zu den Empfehlungen des Zukunftsrates der Bayerischen Staatsregierung

21.01.2011

Die Industrie- und Handelskammer zu Coburg begegnet den Empfehlungen des Zukunftsrats der Bayerischen Staatsregierung (siehe NP-Artikel vom 21.1.2011, S.1) mit Unverständnis und Empörung. Die Idee künftig nur noch die Großstädte in Bayern zu Leistungszentren weiterzuentwickeln und den ländlichen Raum zu reinen Schlaf- und Urlaubsregionen umzufunktionieren ist nach Meinung von IHK-Präsident Friedrich Herdan grotesk und unhaltbar. Auch konterkarieren diese Verlautbarungen den bisherigen Kurs der bayerischen Staatsregierung. Gleichwertige Lebensverhältnisse und bestmögliche Zukunftschancen für alle Regionen, beides im Grundgesetz verankerte Staatsziele, scheinen dem Zukunftsrat der bayerischen Staatsregierung vergessen.

Mit diesen abstrusen Vorschlägen wurde nicht nur die Bevölkerung in den ländlichen Regionen vor den Kopf gestoßen und unnötig in Angst versetzt, sondern insbesondere die Wirtschaft jenseits der Metropolen diskreditiert, so Herdan.

Der Wirtschaftsraum Coburg weist seit jeher eine überdurchschnittlich hohe Industriedichte auf. Mit einem Wert von 197 rangiert die Stadt Coburg im bayerischen Vergleich gar auf Rang 8. Die Coburger Wirtschaftslandschaft ist geprägt von Unternehmen aus der Automobilzulieferindustrie, des Maschinenbaus, der Kunststoffverarbeitung und der Elektrotechnik. Viele dieser Firmen besitzen in ihrer Branche Weltgeltung und sind Marktführer. Es gibt kaum ein Kfz-Teil, das nicht auch in Oberfranken resp. im Wirtschaftsraum Coburg hergestellt wird. Zudem ist Coburg über seine Grenzen hinaus bekannter Designstandort und das nordbayerische Zentrum für Finanz- und Versicherungswirtschaft.

Alles Kompetenzen und Leistungsmerkmale, die Coburg durch seine Lage im ländlichen Raum künftig das Recht auf Weiterentwicklung nehmen sollen? Der Zukunftsrat sollte vielmehr darüber nachdenken, welche Ansätze und Strategien es zu verfolgen gilt, um diese Stärken der ländlichen Räume künftig weiter auszubauen und zum Wohle der Steigerung der gesamtbayerischen Wirtschaftkraft zu nutzen.

So sehr wir dieser Expertise des Zukunftsrats auch mit Unverständnis begegnen, so sehr bestätigt uns diese in unseren Bemühungen die Förderung grenzüberschreitender Wirtschaftsräume zu propagieren. In Konsequenz wird die IHK zu Coburg ihr Engagement verstärken für den Abbau des Fördergefälles zwischen Stadt und Landkreis Coburg und Südthüringen einzutreten und eine Förderregion Coburg-südlicher Rennstieg mit einheitlichen Förderbedingungen zu fordern.

Die IHK zu Coburg hofft indes fest darauf, dass sich kein Verantwortlicher in München finden wird, der den Empfehlungen des Zukunftsrats auch nur ansatzweise folgen wird bzw. sein zukünftiges Handeln daran ausrichtet.

IHK Jahresthema 2012: Energie und Rohstoffe für morgen
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