IHK zu Coburg: Diskussionen über eine Erhöhung der Gewerbesteuer sind kontraproduktiv für den Wirtschaftsstandort Coburg

25.05.2011

Mit Besorgnis reagiert die IHK zu Coburg auf die Nachricht über die öffentliche Erwägung einer möglichen Gewerbsteuererhöhung der Stadt Coburg. Dies könne nicht die Lösung im Hinblick auf die Diskussion um die Konsolidierung des städtischen Haushalts sein. „Wir fordern die Fraktionen eindringlich auf, keine vorschnelle Entscheidung über eine solche Anpassung zu treffen und sämtliche Argumente sorgsam abzuwägen“, betont IHK-Präsident Friedrich Herdan.

Herdan gibt zu bedenken, dass eine Gewerbesteuererhöhung die Wettbewerbsfähigkeit Coburgs als Unternehmensstandort beeinträchtigt. „Eine Anhebung des Gewerbesteuersatzes würde Neuansiedlungen gefährden und ansässige Unternehmen werden erneut die Standortfrage abwägen.“

„Auch rechtfertigt die anziehende Konjunktur keine höheren Gewerbesteuersätze. Viele hier ansässige Unternehmen haben die Krise gerade hinter sich gelassen und können in der aufkeimenden Konjunktur keine steuerliche Mehrbelastung gebrauchen. Käme es dazu, so würde nicht nur die wirtschaftliche Attraktivität unserer Stadt, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe beeinträchtigt.“

Wir müssen uns bewusst sein, dass Coburg im Wettbewerb mit den Metropolen im Freistaat und den Höchstfördergebieten in Südthüringen steht“, so IHK-Präsident Herdan. Deshalb gilt es unsere Brückenfunktion zwischen der Europäischen Metropolregion Nürnberg und Südthüringen zu stärken und nicht durch Abgabenerhöhungen zu schwächen.

Zur langfristigen Lösung der Haushaltsprobleme der Stadt Coburg sind vielmehr strukturelle Anpassungen nötig. Bevor an der Steuerschraube gedreht werde, müssen langfristige Sparpotentiale innerhalb der Stadtverwaltung, z.B. im Personalbereich ausgelotet und Verluste bei Kommunalbetriebe abgebaut bzw. Erträge erzielt werden.

„In Zeiten, in denen es darauf ankommt, zusätzliche Investoren zu gewinnen und ansässigen Unternehmen gute Rahmenbedingungen zu bieten, ist eine höhere Steuerbelastung nicht zielführend“, so IHK-Präsident Friedrich Herdan. „Unsere Mitgliedsunternehmen brauchen in den nächsten Jahren wieder Gewinne, um die frühere Stabilität zurückzuerlangen. Wer jetzt den Gewerbesteuerhebesatz anhebt, bremst die Eigenkapitalbildung und sorgt indirekt dafür, dass die regionale Wirtschaft bei künftigen Krisen anfälliger ist.“

Industrie- und Handelskammer zu Coburg

Friedrich Herdan

Präsident

IHK Jahresthema 2012: Energie und Rohstoffe für morgen
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