Demnach habe der regionale Beirat für den öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) in einer Sitzung am Montag der Stadt und dem Landkreis empfohlen das Thema „Reaktivierung der Werrabahn bzw. den Lückenschluss auf der Schiene zwischen Bad Rodach und Hildburghausen“ auszusetzen. Und auch Coburgs Oberbürgermeister Norbert Kastner und Landrat Busch wollen das Thema Lückenschluss künftig ruhen zu lassen. Wichtiger seien aus Kastners Sicht für einen ICE-Systemhalt in Coburg Faktoren wie Parkplätze und pünktliche Züge ins östliche Oberfranken.
Coburg Stadt und Landkreis sind seit jeher eng mit der Südthüringer Wirtschaft verzahnt. Homogene Wirtschaftsstrukturen und gleichförmige Wirtschafts- und Bevölkerungsentwicklung legen die weitere Vernetzung beider Räume dringend nahe. Optimierung der Verkehrsinfrastruktur wie eine durchgängige Schienenverbindung nach Südthüringen wäre die sachgerechte logische Maßnahme, nicht nur im Personen- sondern auch im Güterverkehr.
Für den Güterverkehr würde beispielsweise die Fahrtstrecke in Nord-Süd-Richtung und umgekehrt um rund 100 km kürzer, deutlich schneller und kostengünstiger und nicht zuletzt wesentlich umweltverträglicher. Darüber hinaus würde diese Paralleltrasse einen Beitrag zur Entlastung der ohnehin bereits jetzt überfrequentierten Nord-Süd Richtung leisten.
Das Güterverkehrsaufkommen in Deutschland ist im Jahr 2010 nach (vorläufigen) Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) auf 4,1 Milliarden Tonnen gestiegen. Das entspricht einem Wachstum von 3,1% im Vergleich zu 2009. Auch künftig wird das Güterverkehrsaufkommen gewaltig zunehmen. Experten gehen von einem Anstieg um 50 Prozent in den nächsten 20 Jahren aus.
Vor diesem Hintergrund und der Tatsache, dass das Straßennetz und die Umwelt diese Entwicklung keinesfalls verkraften wird, muss darauf hingewirkt werden, zumindest den Zuwachs im Güterverkehr möglichst vollständig auf die Schiene zu verlagern. Dazu werden auch laut Bundesverkehrsminister Ramsauer neue Schienenverbindungen nötig.
„Es wäre folglich mit Blick auf die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit unserer Region unverantwortlich den Schienenlückenschluss zwischen Coburg und Südthüringen zu den Akten zu legen. Vielmehr ist auch ein Güterumschlagplatz in der Region zwingende Voraussetzung. Wir müssen jetzt gemeinsam mit unseren Nachbarn in Südthüringen darauf hinwirken eine tragfähige Güter- und Personenverkehrsverbindung zwischen Coburg und Südthüringen kurzfristig auf den Weg zu bringen, so die Empfehlung des IHK Präsidenten.“
Die Ertüchtigung einer grenzüberschreitenden Schienenverbindung nicht nur für den Personen- sondern auch für den Güterverkehr hätte nicht zuletzt den Charme, dass die Frage der Finanzierung vom Land weitestgehend auf den Bund übergeht und folglich die aufzubringenden Kosten von Stadt und Landkreis allenfalls als „marginal“ einzustufen sind.
Auch muss der Schienenlückenschluss als Maßnahme gesehen werden, durch die der ICE-Systemhalt in Coburg nachhaltig gesichert werden kann.
Die Vorteile des Schienenlückenschlusses in Kürze: