In seiner Begrüßungsansprache lenkte IHK-Präsident Friedrich Herdan, den Fokus auf die regionale Wirtschaftsstruktur, die sich mit einer der höchsten Industriedichten bundesweit präsentiere. Wegen der hohen Energieintensität des verarbeitenden Gewerbes sähen aktuell 63 Prozent der Mitgliedsunternehmen ein großes Risiko im Atomausstieg und den zu erwartenden steigenden Energiepreisen. Die regionale Wirtschaft zeige sich verunsichert. Um am Standort Coburg festhalten zu können, müsse Energie aus Sicht der Unternehmen sicher, bezahlbar und nachhaltig sein.
″Der Schlüsselfaktor für ein Gelingen der Energiewende liegt in den Verteilernetzen″, führte Barth aus. Der Ausbau eines smart grid, also eines intelligent betriebenen Netzes, das den Stromfluss sehr genau steuern kann, werde viel Geld kosten, erläuterte der E.ON Vorstand, ″aber es muss gebaut werden“. Der Konzern sehe sich hier in entscheidender Verantwortung.
Gleichzeitig müsse laut Barth kräftig in den Ausbau von Speichertechnologien investiert werden. Solange keine Speichertechnologie für Strom aus Photovoltaikanlagen existiere, sei es Unsinn, weiter in Solarstrom zu investieren. Ohne diesen technologischen Fortschritt baue man Netze, um den Strom aus der Sonnenkraft zu entsorgen.
Neben der Forderung nach Steuererleichterungen für energetische Sanierungsprojekte seien die Vorteile von Energienutzungsplänen ein weiterer Aspekt, der angegangen werden müsse. Mit diesen könnte Kommunen genau aufgezeigt werden, wo ihre Potentiale liegen und was sich für ihren speziellen Fall lohne.
Nur wenn die gesellschaftliche Akzeptanz für den Netzausbau, den Bau neuer Anlagen und Kraftwerke bestehe, könne die gewohnte Versorgungssicherheit auch zukünftig sichergestellt werden. Für den Coburger Raum stelle die 380-KV Leitung eine solch unverzichtbare Netzausbaumaßnahme dar. Diese gewährleiste Transport des Windstroms aus dem Norden, der in südlichen Regionen dringend benötigt werde.
Viel Arbeit und hohe Investitionen, bei denen man nicht umhin käme diese auf die Endverbraucher umzulegen, zog Barth am Ende seiner Rede Bilanz.