Stellungnahme der IHK zu Coburg zu den Ausbauabsichten der Firma Brose am Standort Bamberg

07.02.2012

Die Wirtschaftsregion Coburg ist Unternehmensstandort mehrerer Global Player und Weltmarktführer. Die Firma Brose Fahrzeugteile GmbH ist zweifelsohne das Lead-Unternehmen der Coburger Industrie. Mit 16% Wachstum gegenüber dem Vorjahr, 4 Mrd. Euro Umsatz und 20.000 Mitarbeitern weltweit hat Brose in 2011 das beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte erzielt.

Die IHK zu Coburg freut sich, Unternehmen von dieser Wirtschaftskraft und internationalen Ausstrahlung am Standort zu wissen. Deshalb erfüllt mich die Nachricht der Firma Brose die Standorte Bamberg und Würzburg anstelle Coburg weiter auszubauen mit großer Sorge.

Natürlich habe ich wirtschaftlich gesehen Verständnis für die Entscheidung des Gesellschafters und des Vorsitzenden der Geschäftsführung Zukunftsinvestitionen an optimalen Standortbedingungen festzumachen. Dass von den drei Brose-Standorten Coburg, Bamberg und Würzburg zunächst Coburg nicht im Fokus steht, bedauere ich aber außerordentlich.

Die Unternehmensaussage die Standorte Bamberg und Würzburg künftig stärker ausbauen zu wollen macht einmal mehr deutlich wie ausschlaggebend optimale Standortbedingungen für die wirtschaftliche Entwicklung von Regionen sind und wie stark Wirtschaftsräume zueinander im Wettbewerb stehen.

Der Vorgang unterstreicht nachdrücklich die Priorität der Umsetzung baulicher Maßnahmen zur Verbesserung wirtschaftlicher Standortfaktoren im Oberzentrum Coburg. Neben wichtigen staatlichen und kommunalen Verkehrsprojekten, die sich im Bau befinden, oder zumindest schon mal auf den Weg gebracht worden sind wie:

-ICE-Systemhalt 2017 (vorgesehener Bahngipfel Mitte 2012)

-richtlinienkonformer Verkehrslandeplatz (Planfeststellungsverfahren)

-Staatsstrasse 2205 (Verbindung Coburg über Bad Rodach in den Raum Südthüringen,

verharren vordringliche, standortrelevante, innerstädtische Vorhaben wie

-Bau eines adäquaten Kongresshotels und Ausbau des Tagungswesens (Entwicklung des Coburger Südens)

-Verbesserung der Parksituation im Stadtzentrum (Schloßplatztiefgarage),

noch immer in der Warteschleife.

Die IHK mahnt seit längerem an, diese Projekte voranzubringen und hat sich unterstützend eingebracht. Entscheidungen zur zeitnahen Umsetzung können aberausschließlich von der Stadt getroffen werden. Es ist Eile geboten, das Oberzentrum Coburg hat gegenüber den Nachbarstädten ganz offensichtlich Nachholbedarf.

Die mittelfristigen Planungen der Firma Brose scheinen mir nach Einschätzung der Verlautbarungen, die ich aus dem Hause kenne, noch an gewisse Voraussetzungen geknüpft zu sein. Gegebenenfalls besteht für Coburg noch Gestaltungsspielraum. Diese Chance gilt es jetzt zu nutzen!

Die Stadtspitze sollte sich unverzüglich um Gespräche mit dem Gesellschafter und dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Firma Brose bemühen, mit dem Ziel das Entscheidungsgremium zum Ausbau des Standorts Coburg zu ermutigen. Es besteht akuter Handlungsbedarf!

Es ist m. E. alles daran zu setzen, prosperierende Wirtschaftsunternehmen, wie im exemplarischen Fall die Firma Brose, mit hohem Innovationspotenzial und globaler Ausprägung, am Standort Coburg zu fördern. Permanenten Bestrebungen neue Unternehmen für die Region zu gewinnen, dürfen dabei natürlich keinesfalls ins Hintertreffen geraten!

Friedrich Herdan

IHK-Präsident

Infrastruktur Wege für Morgen
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